23.03.2004

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Geschichte des NOK

Der Traum, den gefährlichen Seeweg zwischen  Nord- und Ostsee um die Jütische Halbinsel durch den Bau eines Kanals   zu vermeiden, ist uralt. Mit Beginn des 16. Jahrhunderts gab es eine Fülle  von Kanalbauplänen.
  1773 beauftragte der Dänische König  den Generalmajor Wegener mit der Planung des Schleswig-Holsteinischen Kanals   (Alter Eider-Kanal), der die Untereider bei Rendsburg mit der Ostsee bei  Holtenau verbinden sollte.     1774 begannen die schwierigen Arbeiten. 
  Die bis dahin größte zivile Baustelle  des europäischen Kontinents verschlang 2,5 Mio. Reichstaler und raffte   mehr als die Hälfte der Arbeiter durch Sumpffieber dahin. 1784 wurde   der Alte Eiderkanal fertiggestellt. Der erste Wasserweg von der Nordsee zur  Ostsee war 180,6 km lang (von Tönning bis Holtenau), die eigentliche   Kanalstrecke hatte eine Länge von 43 km, eine Wassertiefe von 3,45 m,  eine Sohlenbreite von 18 m und eine Wasserspiegelbreite von 28,7 m. 
  Lange wurde über den Nutzen und den Verlauf  eines Kanals nachgedacht. 1878 übergab der Hamburger Reeder Dahlström  der Regierung eine Denkschrift, mit der er den Nachweis zu erbringen versuchte,  dass bei einer Baukostensumme von 90 Mio. Reichsmark auf der Grundlage der  Verkehrsstatistik der Schifffahrt im Sund und auf dem Eiderkanal sowie der   durch den Kanal erzielten Reiseverkürzung, der gewonnenen Zeit und der  eventuell zu erhebenden Kanalabgaben das Anlagenkapital sich gut verzinsen  würde.
  Die Grundsteinlegung erfolgte am 03.06.1887 durch  Kaiser Wilhelm den I., 90 Jahre war der greise Kaiser zu dem Zeitpunkt alt.   Die veranschlagten Baukosten betrugen 157 Mio. Reichsmark, 1888 begannen  die Ausschreibungen der ersten Erdarbeiten, nachdem das Land Preußen   der Übernahme von 50 Mio. Reichsmark zugestimmt hatte. Innerhalb von  acht Jahren entstand der ca. 100 km lange Kanal, der die Elbe bei  Brunsbüttel mit der Kieler Förde verbindet. Er durchquert  zunächst die 3 m tiefe Marsch, durchschneidet den bis zu 25 m hohen  Geestrücken, folgt bis Rendsburg der Eidermündung, erreicht das  holsteinische Hügelland und mündet dann bei Kiel-Holtenau in die  Förde.
  80 Mio. Kubikmeter Erde wurden bewegt, es entstanden   jeweils ein Schleusenpaar in Kiel-Holtenau und Brunsbüttel, zwei  Hochbrücken und sechs bewegliche Brücken, 16 Fährstellen und   16 Schöpfwerke. Bis zu 8.900 Leute waren im Jahre 1892 im Einsatz als   Handwerker, Schiffer, Erdarbeiter, Maschinisten, Schachtmeister und   Baggermeister. Sie kamen aus Deutschland, Polen, Italien, Österreich   und Russland.
  Der Kanal wurde innerhalb der veranschlagten Zeit  und der veranschlagten Baukosten von 156 Mio. Reichsmark fertig. Dazu kamen   noch 1,7 Mio. Reichsmark für die Eröffnungsfeierlichkeiten, die   drei Tage dauerten. Höhepunkt war die Schlusssteinlegung am 21. Juni   1897 in Kiel-Holtenau, die Kaiser Wilhelm der II vornahm. Zur Überraschung   der Gäste taufte der Kaiser die fertiggestellte Wasserstraße auf  den Namen seines Großvaters “Kaiser-Wilhelm-Kanal”. Der  Verwaltungsname “Nord-Ostsee-Kanal” wurde ihm erst am 16. April  1948 wiedergegeben.
  Da das Wettrüsten zwischen den europäischen  Großmächten - aber auch die Entwicklung in der zivilen Schifffahrt  - rasanter war, als es sich die Erbauer des Kanals je gedacht hatten, musste   der Kanal schon ab 1907 verbreitert werden. Die Wasserspiegelbreite wurde  von 66,70 auf 102,50, die Sohlenbreite von 22,00 auf 44,00 m und die Wassertiefe  von 9,00 auf 11,00 erweitert. Zugleich wurden die Linienführung verbessert   und die Kurvenradien vergrößert. Es wurden drei Hochbrücken  (Hochdonn, Rendsburg, Kiel-Holtenau) errichtet und die   Straßendrehbrücke bei Rendsburg erhielt eine größere   Spannweite.
  1961 wurde deshalb mit einem Sicherungs- und   Anpassungsprogramm begonnen. Mit einem Investitionsaufwand von knapp 1 Milliarde  DM begann die Sicherung des Kanalbettes durch Erweiterung des Querschnittes  in der Sohle von 44,0 m auf 90,0 m und im Wasserspiegel von 102,5 m auf 162,0  m.
  Schleswig-Holstein ohne den Nord-Ostsee-Kanal ist nicht mehr denkbar. Er   ist prägend für das Landschaftsbild, ein Naherholungsgebiet für   die stressgeplagten Städter und mit seinen beeindruckenden Brücken  und Schleusenanlagen und dem internationalen Schiffsverkehr, für den   Fremdenver
kehr ausgesprochen anziehend und fördernd. 

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